Eschentriebsterben

Das Eschentriebsterben ist eine große Gefahr für die heimischen Eschen.

Der Erreger des Eschentriebsterbens ist der aus Südost-Asien eingeschleppte Pilz Hymenoscyphus fraxineus (Falsches Weißes Stängelbecherchen).

Inzwischen verursacht der Pilz in mittlerweile 24 europäischen Ländern erhebliche Schäden in Eschenbeständen. In Deutschland wird das Eschentriebsterben seit 2002 beobachtet. Neben der Windverbreitung hat auch infizierte Baumschulware eine große Rolle bei der schnellen Verbreitung in Mitteleuropa gespielt.

Die Erkrankung kann an Eschen aller Altersklassen schwerwiegende Schäden hervorrufen und zum Absterben führen, da meist nachfolgende Schaderreger wie z.B Holzfäulepilze im Wurzelbereich das Absterben beschleunigen.

Ab Ende Mai bis August entwickeln sich unter günstigen Witterungsbedingungen die 2- 7 mm kleinen becherförmigen Fruchtkörper des Pilzes. Die winzigen Fruchtkörper schleudern große Mengen Sporen in die Luft. Nach neuesten Untersuchungen treibt Feuchtigkeit, also auch Niederschläge, die Sporenreifung und Freisetzung voran. Somit spielt auch der aktuelle Klimawandel eine Rolle bei den zunehmenden Infektionen der Eschen.

Die Sporen können mit dem Wind über sehr große Entfernungen verbreitet werden und infizieren die Eschen i.d.R. über die Blätter. Dafür ist keine Verwundung des Pflanzengewebes nötig. Das Pilzmycel dringt über die Blattstiele in die Triebe ein und verursacht Rindennekrosen ohne Schleimfluss.

Die Erkrankung im Trieb schreitet auch außerhalb der Vegetationsperiode fort. Die infizierten Triebe sind bis zum nächsten Frühjahr meist abgestorben. Das Absterben der Triebe und alljährliche neue Infektionen führen zum Zurücksterben der Krone und später zum Absterben des ganzen Baumes.

Inzwischen wurden Bäume selektiert, die bereits mehrere Jahre anhaltendem Infektionsdruck standhalten. Diese wahrscheinlich resistenten Bäume sollen für gezielte Vermehrungsmaßnahmen verwendet werden, um die Baumart Esche auch in Zukunft zu erhalten.